Länderbericht Schleswig-Holstein 2025-11

Nach wie vor wehrt sich die GGG-SH gegen die Kürzungen in der Kontingentstundentafel und der Lehrkräfteversorgung, die vor allem die Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein treffen. Dabei sind wir nicht allein: Die Landes-GEW hat inzwischen eine große Unterschriftenaktion „Stoppt die Kürzungen“ gestartet. Die GGG-SH unterstützt das ausdrücklich und hat dazu aufgerufen, sich an der Unterschriftenaktion zu beteiligen.

Ebenfalls von der GGG unterstützt wird die Große Anfrage der SPD-Landtagsfraktion über die Lage an den Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe. Wir danken dem Team um Martin Habersaat dafür, dass unsere Anregungen zu einzelnen Fragen, aber auch zur Struktur des Dokuments berücksichtigt wurden und erwarten die Veröffentlichung der Ergebnisse im Frühjahr 2026. Dann mehr zu Folgerungen – und Forderungen – seitens der GGG!

Eine dieser Forderungen wird auf jeden Fall die gemeinsame Schulaufsicht durch das Ministerium für alle Gemeinschaftsschulen sein. Die bisherige Trennung in zentrale und lokale Aufsicht bei ein und derselben Schulform ist ein Anachronismus. Das Bildungsministerium denkt über eine landesweite Dienstversammlung der Schulleitungen der Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe nach. Das wäre ein Fortschritt. Aber der GGG geht das nicht weit genug. Wir planen zwischen April und Juni 2026 eine landesweite Konferenz für diese Schulen, auf der wir beraten wollen, was sie für eine erfolgreiche Arbeit brauchen.

Doch nicht nur die Gemeinschaftsschulen ohne, sondern auch die mit Oberstufe haben in Schleswig-Holstein zu kämpfen. Aus verschiedenen Gründen können letztere längst nicht alle Kinder aufnehmen, die gerne eine solche Schule besuchen würden: 20 % bekommen hier Jahr für Jahr nicht ihren Erstwunsch, während Aufnahmeanträge an Gemeinschafts-schulen ohne Oberstufe, aber auch an Gymnasien viel seltener abgelehnt werden.

Die GGG-SH fordert, dass es an jeder Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein eine eigene Oberstufe oder zumindest garantierten Zugang zu dieser gibt. Hamburg hat es auf diese Weise geschafft, dass die Schere im Bildungserfolg bei Kindern unterschiedlicher sozialer Herkunft nicht weiter aufgeht – an diesem Erfolg sollte sich Schleswig-Holstein orientieren. Die GGG-SH plant hierzu eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der GGG-HH.

Der Landesverband Schleswig-Holstein wird seine konkrete Arbeit inhaltlich an dem im Hauptausschuss beschlossenen Positionspapier orientieren: Neben dem Ruf nach Oberstufen ist für Schleswig-Holstein insbesondere die Forderung nach der Gemeinschaftsschule als ersetzender Schulform bedeutsam. In Schleswig-Holstein gibt es Standorte, an denen es nicht genug Schüler*innen für mehr als eine Schule gibt. In St. Peter-Ording gibt es ein Gymnasium mit Gemeinschaftsschulteil. Bei letzterem wurden 2025 nur noch 11 Schülerinnen und Schüler angemeldet. In solchen Fällen muss die Schule in eine Gemeinschaftsschule mit Oberstufe umgewandelt werden. Fehmarn hat es vorgemacht.

An allen Standorten setzen wir uns ein für das Verbot der Abschulung und seine Ersetzung durch eine „Kultur des Behaltens“. Wir fordern die Förderung von Grund- und Gemeinschaftsschulen für einen reibungslosen Übergang zwischen Primar- und Sekundarstufe.

Cornelia Oestreich, Johann Knigge-Blietschau 

Der Länderbericht erschien in Die Schule für alle 2025/4.

ALLE LÄNDERBERICHTE DSFA 2025/4